Tipps und Tricks für die Mäusebekämpfung im WinterEs schneit nun schon seit zwei Tagen ununterbrochen. Bei uns im Büro ist es erholsam ruhig, kaum jemand denkt noch an Mäuse im Feld… Aber unter der isolierenden Schneedecke …leben die Mäuse einfach ungehindert weiter. Weder die Schermaus noch die Feldmaus, noch die Rötelmaus machen einen Winterschlaf. Alle ernähren sich von den Vorräten, die sie im Verlaufe des Herbstes und während den milden Wintertagen angesammelt haben. Wenn die Schermaus einmal frisches Futter sucht, kann sie ungehindert auf dem Boden unter der Schneedecke nach grünen Pflanzenteilen suchen. In der Schneemasse hat sie keinerlei Mühe, Gänge zu bauen. Da der Boden unter dem Schnee meist nicht gefroren ist, kann die Maus gerade unter der Schneedecke grosse Mengen losgenagter Erde verstauen. Nach der Schneeschmelze findet man dann häufig diese dicken Erdablagerungen in der Form eines Ganges. Mäuse und KälteDie Mäuse fürchten die Kälte nicht, obwohl sie sehr kälteempfindlich sind. So lange sie aktiv sind, zum Futtervorrat rennen oder graben, produzieren sie so viel Bewegungswärme, dass ihnen die Kälte nichts anhaben kann. Sobald sie aber still stehen, brauchen sie ein stark isoliertes Nest, um zu überleben. So lange diese Nester trocken sind, ist die Isolation hervorragend. Die Schermäuse wissen ihre Nester an Standorten zu bauen, die leicht erhöht sind und nicht ohne weiteres von Regenwasser oder Schmelzwasser bedroht werden. Mäuse machen keinen WinterschlafDass die Schermaus und übrigens auch der Maulwurf im Winter aktiv sind, sieht man sehr deutlich, sobald der Schnee sich ein wenig gesetzt hat. Dann erscheinen plötzlich hier und da von weitem sichtbare, frische Erdhaufen – ein deutliches Zeichen, dass das Gangsystem bewohnt ist. Nie im ganzen Jahr hat es der Mäusefänger so leicht, auf Wiesen bewohnte Mäusebauten zu finden. Ist der Boden nur mit einer dünnen Schneedecke bedeckt, hindert ihn nichts daran, diese bewohnten Gänge zu befangen. Diese Arbeit kann an schönen Wintertagen gut ausgeführt werden. Das Einzige, was wirklich erforderlich ist, ist gut isolierendes Schuhwerk. Stellen, wo ein Fuchs oder ein Hund nach den Mäusen gegraben hat, sind auch ein Hinweis darauf, dass der Mausebau bewohnt ist (war). Eine Verwühlprobe gibt schnell darüber Auskunft, ob eine Schermaus den Gang bewohnt. Denken Sie beim Fallenstellen daran, die Fangstelle so zu markieren, dass sie bei unerwartet einsetzendem Schneefall die Fallen trotzdem schnell und einfach wiederfinden, zum Beispiel indem Sie den Markierstab immer nördlich der Falle in den Boden setzen. Das Fallenstellen im Winter ist sehr effizient, weil:- die bewohnten Gänge schnell gefunden werden,
- die Rückeinwanderung in die Parzelle sehr gering ist,
- die Gänge von wenigen Mäusen bewohnt sind.
In der Tat steht die Fortpflanzung im Winter üblicherweise still. Es kann aber trotzdem sein, dass in bestimmten Regionen die Fortpflanzung im Winter anhält. Dies wurde schon mehrmals beobachtet. Wer die Mäuse aber mit Fallen fängt, weiss Bescheid und wird dann seine Regulierungsarbeit nicht so schnell einstellen. Natürliche FeindeÜblicherweise verringert sich die Mäusepopulation im Winter stark durch natürliche Sterblichkeit, Nahrungsknappheit, Krankheit, Kälte usw. Wenn die Schneedecke geschlossen ist, können die Tages- und Nachtgreifvögel den Mäusen aber nichts mehr antun. Nur der Fuchs, der nach dem Gehör jagt, wird die Mäuse noch fangen können. Und auch das Hermelin und der Wiesel, die beide unterirdisch jagen, reduzieren die Mäusepopulation weiter. Es ist also wichtig, diese Tiere zu schützen und sie in ihrer Arbeit zu fördern. Zum Beispiel indem man Durchgangsmöglichkeiten unter (aber Achtung vor Hasen) oder über Wildzäunen baut. Es ist auch ohne weiteres möglich, die Ansiedlung von Wiesel und Hermelin zu fördern, indem man auf den Parzellen, weit von jeglicher Strasse entfernt, den kleinen Räubern Nestmöglichkeiten anbietet. Dies kann geschehen in Form von Steinhaufen mit reichlichen Hohlräumen oder mit auf den Boden gelegten Nistkästen. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass diese Unterschlupfmöglichkeiten auf schnell trocknendem Boden und von Regen geschützt eingerichtet werden. Spezialisten und «Allesfresser»Der Fuchs gilt als «Allesfresser», der viel Mäuse frisst, wenn sie vorhanden sind und auf andere Nahrungsquellen zurückgreifen kann, sobald die Mäusedichte nachlässt. Der Wiesel und das Hermelin aber sind hochspezialisierte Jäger, die nur dann überleben können, wenn ihre Hauptnahrungsquelle, die Mäuse, vorkommen. Existiert diese Quelle nicht mehr, wird die Fortpflanzung sehr schnell nachlassen und die erwachsenen Tiere werden abwandern. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Dichte der spezialisierten Jäger erst dann zunimmt, wenn die Dichte der Beute bereits sehr hoch ist. Die allgemeinen Jäger sind immer in der gleichen Dichte vorhanden und üben das ganze Jahr hindurch eine regulierende Wirkung auf die Nagerpopulation aus. Präventive MassnahmenDer Winter ist auch eine gute Zeit, um vorsorgliche Massnahmen zu treffen, um die Tages- und Nachtgreifvögel anzusiedeln und ihre Jagd zu erleichtern. Es können Sitzstangen in grosser Zahl an Orten aufgestellt werden, wo immer wieder Scher- und Feldmäuse vorkommen. Die Greifvögel werden die Mäusepopulation nie entscheidend reduzieren, aber jeder von Ihnen gefangenen Maus müssen Sie nicht mehr nachgehen. Der Winter ist auch eine gute Zeit, um in abgelegenen und wenig besuchten Gebäuden oder Gebäudeteilen grosse Nistkästen für Schleiereulen einzurichten. Kontaktieren sie dazu ihre örtlichen, ornithologischen Vereinen. Naturliebhaber sind immer froh über solche Gelegenheiten und sind vielfach bereit, Ihnen bei der Installation zu helfen und einen Teil der erforderlichen Materialkosten zu übernehmen. Ansitzplätze für GreifvögelDenken Sie beim Hochstammschneiden daran, hie und da an ihren Bäumen natürliche Ansitzkrücken für Greifvögel stehen zu lassen. Diese werden immer innert Kürze von den Vögeln entdeckt und benützt. In der Nähe von diesen Ansitzplätzen können Sie die Greifvögel bei geschlossener Schneedecke füttern. Sie können hier kleinere Mengen reines Muskelfleisch oder gefangene Mäuse auf ein schneefreies, auf einen Pfosten montiertes Brett legen. Zeichenlesen im SchneeDer Winter ist auch eine gute Zeit, um im Schnee Spuren von Fuchs, Steinmarder, Baummarder, Iltis oder Hermelin zu finden und sich ein Bild davon zu machen, in welcher Anzahl diese Tiere vorkommen. Der Fuchs paart sich auch während dieser Zeit: sein Bellen und sein häufig erschreckendes Rufen verraten seine Präsenz in der Nacht. Winterzeit, RuhezeitDenken Sie daran, dass die Obstbäume im Winter Ruhe brauchen und dass bei frisch gepflanzten Bäumen die winterliche Feuchtigkeit den Bodenanschluss fördert und der Boden um die Bäume verdichtet. Wenn diese Entwicklung stattgefunden hat, haben es die Mäuse auch ein wenig schwerer, an die Baumwurzeln heran zu kommen. Copyright: Jean Malevez, Topcat GmbH, CH 1454 L'Auberson VD, 23.02.2007
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