topcat - Zäune

Mäusezäune: Schützen statt Bekämpfen!

Wer Parzellen schon «leergemaust» hat, weiss wie aufwendig diese Arbeit ist. Er weiss auch, dass die Parzellen meistens nicht sehr lange frei von Mäusen bleiben … Eine Arbeit ohne Ende?

Wie wandern die Mäuse denn ein?

Mäuse nehmen leere Räume ein, indem Sie nachts, oberirdisch wandern. Diese Verbreitung findet hauptsachlich während Regennächten statt. Dabei sind es hauptsachlich sub-adulte Tiere, die wandern. Aus Beobachtung in der der Praxis, weiss man, dass dabei oft Strecken von 400 bis 600 Meter zurückgelegt werden. Einige längere zurückgelegte Strecken sind anekdotisch in der wissenschaftlichen Literatur erwähnt (mehrere Kilometer). Die Topografie der Landschaft und die angebauten Kulturen haben einen starken Einfluss auf dieses Verbreitungsverhalten.
Dieses Phänomen wurde erstmals 1997 von dem Schweizer Wissenschaftler Francis Saucy beschrieben. Er hat auch erstmals die Idee formuliert, Pazellen mittels Zäune Mäuse gegen Rückeinwanderungen zu schützen.

Seit 2001 hat die Topcat GmbH um diese «Schutztechnik» viele verschiedene Experimente ausgeführt und parallel dazu von 2002 bis 2006 an wissenschaftlichen Arbeiten der Biologischen Bundesanstalt mitgewirkt (BBA Münster, Herr Bernd Walther). Verschiedene andere eigene Versuche in Belgien und Frankreich haben zum Entstehen des Standby-Systems.

Schutzsystem Standby:

Das System besteht aus einem Zaun aus Maschengitter, der teilweise in den Boden eingegraben ist. Für diese Arbeit wurde ein Spezialgerät gebaut, dass das Verlegen von ca. 300-400 Laufmeter pro Stunde, in flachem und ebenem Gelände erlaubt. Das Gerät verlegt das Maschengitter in ca. 20 bis 25 cm tiefe in die Erde. Das Maschengitter wird mittels Betoneisen und Kabelbinder aufrecht fixiert und nach Bedarf, an die Oberkante abgeknickt. Diese Einbautiefe ist ein Kompromiss zwischen grösster Sicherheit (min. 50 cm Tiefe) und Material- und Baukosten.

kleine Versuchsanlage in Koppigen (Fachstelle für Obst und Beeren).

Das System wird vervollständigt und erst recht wirksam mit der Standby-Falle. Diese Falle, eine Lebendfangfalle, wird oberirdisch am Zaun entlang platziert. Die Mäuse, die einen Durchgang durch den Zaun suchen, laufen am Zaun entlang und gehen dabei die Fallen. Die Falle ist mit einen beweglichen Deckel vorsehen. Mäuse können diesen Deckel nicht heben. Die natürlichen Feinde der Mäuse, können es aber schon (Katze, Fuchs, Hermelin, Wiesel, Marder, Iltis).
Die natürlichen Feinde der Mäuse lernen schnell diese leichte Beute zu «pflücken» und kommen dann regelmässig und häufig an den Zaun um nach Mäusen zu jagen. Das bewirkt, dass viele Mäuse erbeutet werden, noch bevor sie in die Falle «fluchten» können! Die erhöhte Präsenz von natürlichen Wühlmaus-Feinden macht das System besonders wirksam!

Mögliche Anwendungen:

Das Standby-System kann um ganze Flächen angelegt werden (Obstanlage, Gemüseproduktionsflächen, Baumschulen, Gemüsegärten oder andere wertvolle Kulturen). Es schützt die Fläche gegen Rückeinwanderung von Wühlmäusen und verhindert, dass in der Fläche noch vorhandene Mäuse die Fläche lebendig verlassen können. Somit wird der Aufwand für die Bekämpfung innerhalb der Fläche massiv reduziert.
Die Baukosten lassen sich auf eine Generation von Obstbäumen problemlos abschreiben. Hundertprozentige Sicherheit gegen Rückeinwanderung bei geringen Baukosten bleibt aber noch einen Traum!

Das System kann auch z.B. mittig in eine Grasfläche angelegt werden. Dort wirkt es eher als ein automatisches Fangsystem. Es bindet die natürlichen Feinde der Mäuse an die Parzelle, womit die Mäuse einen zusätzlich Prädationsdruck ausgesetzt sind.

Zusätzliche Förderungsmassnahmen für die natürlichen Feinde können am Zaun entlang installiert werden und machen das System wirksamer.

Forschung:

Von 2006 bis 2009, wird das Standby-System in einem gross angelegtem wissenschaftlichem Forschungsprojekt erprobt. Es wird an 3 verschiedenen Standorten in der Schweiz mit zwei anderen Zaun-Systemen verglichen. Das Forschungsprojekt wird vom BLW, BAFU, LAWA Luzern, Profilait, der AGFF, den kantonalen Pflanzenschutzstellen der Kantone Bern und Schwyz und der Topcat GmbH finanziert. Das Projekt ist am Zoologischen Institut der Universität Bern angesiedelt und wird von Dr. Olaf Fülling geführt.

Link:
www.zoology.unibe.ch/ecol/research/voles.php
www.db-acw.admin.ch/pubs/wa_arb_05_pub_1086_d.pdf

Die Standby-Falle ist zum Patent angemeldet.
Der Name ist registriert.
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